Meine Philosphie

Mein Yogaunterricht soll das parasympathische Nervensystem stimulieren.

Die meisten meiner TeilnehmerInnen und KlientInnen sind mehr oder weniger gestresst. Vielen ist der Begriff fight oder flight bekannt (Kampf-oder-Flucht-Reaktion), der die schnelle Anpassung als Stressreaktion von Körper und Geist in Gefahrensituationen beschreibt. Ist ein Mensch im Falle von chronischem Stress ständig Phasen erhöhter Aktiviertheit ausgesetzt, kann dies langfristig das Wohlbefinden beeinträchtigen und das Risiko erhöhen, an psychischen, psychosomatischen und anderen Krankheiten zu erkranken. Dazu hat beispielsweise Hans Selye geforscht.

Mein Ziel ist es, durch meinen Yogaunterricht kein euphorisches Hochgefühl ähnlich dem „Runners High“ auszulösen, sondern die relaxation response anzuregen.  Der Begriff der relaxation response wurde von Herbert Benson geprägt. Sie ist das Gegenteil der fight oder flight Reaktion und zielt darauf ab, das parasympathische Nervensystem zu aktivieren. Der Parasympathikus bildet mit dem Sympathikus zusammen das vegetative Nervensystem. Der Sympathikus wirkt leistungsfördernd und aktivierend (z.B. Erhöhung des Herzschlags und der Atemfrequenz), während der Parasympathikus uns „herunterfährt“. Wenn der Parasympathikus die Regie übernimmt, sinken Blutdruck und Herzfrequenz wieder, der Körper stellt sich auf Ruhe ein und kann sich z.B. wieder auf die Verdauung konzentrieren (rest and digest), anstatt in Alarmbereitschaft zu sein.

Sympathikus und Parasympathikus sollten in der Balance sein, damit alle Vorgänge in unserem Körper optimal ablaufen und wir uns ausgeglichen fühlen. Das ist in unserem oft hektischen Alltag mit Zeitdruck, Stress auf der Arbeit etc. leider nicht der Fall. Deshalb betone ich in meinem Yogaunterricht die Aktivierung der relaxation response, um Körper und Geist zu mehr Ausgeglichenheit zu führen.

Mein Yogaunterricht ist für jede(n) zugänglich und für deinen Körper auf lange Sicht nachhaltig.

Yoga wird oft mit Bildern von eindrucksvollen Verrenkungen oder komplexen Übungen wie dem Kopfstand beworben. Die Reaktion von potenziellen TeilnehmerInnen ist meist „dafür bin ich nicht beweglich genug“ oder „das bekomme ich doch niemals hin!“. Meine „akrobatischeren“ Angebote wie z.B. der Handstandkurs richten sich an eine etwas andere Zielgruppe, aber auch dort hole ich dich genau dort ab, wo du gerade stehst. An meinen Kursen kann ausdrücklich jede(r) teilnehmen, gerade an den Anfängerkursen. Gerne bespreche ich mit dir, wie du einzelne Übungen für dich abwandeln kannst. Falls eine Teilnahme am Gruppenunterricht aufgrund starker körperlicher Einschränken o.ä. nicht möglich ist, arbeite ich gerne in einem 1:1-Setting mit dir.

Ich unterrichte keine Asanas, die den Körper überdehnen oder den Gelenken auf lange Sicht schaden können. Ich möchte dich dabei unterstützen, dass du auch mit 80 noch auf deiner Yogamatte stehen kannst, wenn du das möchtest, anstatt mit 40 ein neues Hüftgelenk zu brauchen. Das ist ein wenig überspitzt formuliert, die Message kommt aber bestimmt an 😉

Mein Yogaunterricht bietet Raum zum Ausprobieren und Hineinspüren.

In großen Teilen leite ich die Unterrichtsstunden für die gesamte Gruppe im „Frontalunterricht“ an. Immer wieder gebe ich dir aber die Möglichkeit auszuprobieren, was deinem Körper gerade gut tut und wie du die jeweilige Übung für dich abwandeln möchtest. Es geht mir weniger darum, den Körper in bestimmte Positionen zu manövrieren und diese zu perfektionieren. Jeder Körper, jeder Mensch ist anders und verdient individuelle Entfaltungsmöglichkeiten. Ich möchte dich dazu anleiten, deinem Körper mehr Gehör zu schenken, seinen feinen Signalen zu vertrauen und sie im Rahmen der Asanapraxis umzusetzen.

„Asana practice should not be a struggle. Asana should be a melody of body, breath, and mind. Bend like a grass in the wind. Let the movement flow to the rhythm of the breath. Asana is a conversation between movement and breath. Do not turn it into a debate!“ – A.G. Mohan

Deine Yogapraxis sollte dir den Spiegel vorhalten.

Du bist höchstwahrscheinlich nicht wie ausgewechselt, sobald du deine Yogamatte betrittst, sondern übst Yoga als ganz normaler Mensch mit allen Vorlieben und Abneigungen, Verhaltens- und Denkmustern. Wenn du im Alltag und Beruf beispielsweise dazu neigst, dich zu pushen und dir viel abzuverlangen, könntest du im Yoga lernen, damit bewusster umzugehen und dich vielleicht auch achtsam für eine ruhige, restorative Stunde zu entscheiden, wenn das in diesem Moment das Richtige für deinen Körper und Geist ist. Deine Yogapraxis kann daher ein schöner Raum für Reflexion und Üben sein, wenn du dich auf diese Ebene begibst.

Yoga ist keine eierlegende Wollmilchsau und das muss es auch nicht sein.

Oft wird kritisiert, dass Yoga im Vergleich zu Sport XYZ nicht genügend Kraft aufbaut, ein uneffektives Mittel Cardiotraining ist, nicht die gewünschte Kalorienanzahl verbrennt etcetera. Das sind legitime Kritikpunkte, ich denke aber nicht, dass Yoga all dies erfüllen MUSS. Yoga ist an sich keine völlig ausbalanciertes Bewegungsprogramm für deinen Körper und sollte möglichst nicht das Einzige an Bewegung sein, was du in deinem Tag unterbringst.

Yoga enthält beispielsweise in der Regel keine explosiven Bewegungen oder Zugbewegungen, die „drücken“ (hinabschauender Hund, Brettposition u.ä.) in entsprechendem Maße ausgleichen. Dein Körper möchte auch spazieren gehen, über den Tag hinweg verschiedene Sitzpositionen einnehmen, vielleicht Fahrrad fahren oder schwimmen gehen, Badminton spielen oder klettern…

Yoga kann nicht alles und das ist auch okay. Yoga ist meine Homebase und hat mir überhaupt erst das entsprechende Körpergefühl, Selbstbewusstsein und ein gewisses Maß an Kraft und Beweglichkeit gegeben, damit ich auch neugierig auf andere Bewegungsformen werde. Heute bewege ich mich auf ganz unterschiedliche Arten und probiere verschiedene Mediationsformen aus, meine Asanapraxis ist aber immer für mich da, wenn ich auf meine Matte zurückkehre.